1. Stimme im Homeoffice

 

Über den Dresscode im Homeoffice wurde schon mehrfach geschrieben. Warum jetzt noch das Thema Stimme im Homeoffice? In einem Artikel las ich: "Am Telefon muss nur die Stimme gut klingen. Aber die wird derzeit ja weitgehend verschont." (Der Tagesspiegel, 04.04.2020)

 

Wenn´s denn mal so einfach wäre! Die Stimme ist ja Ausdruck der Stimmung und der inneren wie äußeren Haltung. Wenn ich also auf dem Sofa liegend oder weit in meinem Stuhl zurück gelehnt mit den Beinen auf dem Tisch meine Telko bestreite (mich sieht ja keiner!), vielleicht noch in Jogging- oder Schlafklamotten, dann hören meine Gesprächspartner/innen das - sie werden mir kaum Engagement oder gar Entschlossenheit abnehmen. Also: Die Stimme verrät meine Stimmung (und Haltung) - und bestimmt die Stimmung (und Haltung mir gegenüber) der Zuhörer/innen.

 

Setzen Sie sich also aufrecht hin mit beiden Beinen auf dem Boden und behalten Sie unbedingt das tägliche Aufwärmpensum für die Stimme (s. Tipps) bei. Stellen Sie sich vor, Sie sind für alle sichtbar und sprechen Sie in dieser Haltung ruhig und selbstbewusst, dann werden Sie Ihre Zuhörer/innen überzeugen.

 

"Sprich, damit ich dich sehe!" (Sokrates)

 

2. Stimme mit Maske

 

Wenn Sie die täglichen Aufwärmübungen verinnerlicht haben und morgens regelmäßig anwenden, dann wird Ihnen die Schalldämpfung durch die Maske nichts anhaben können.

Atmen Sie ruhig ein und aus, letzteres möglichst nach unten, zum Kinn hin (dann beschlägt die Brille auch nicht ;-)). Sie wissen ja, beim Einatmen dehnt sich die Lunge aus, das Zwerchfell wird nach unten gedrückt, also geht der Bauch raus, beim Ausatmen dehnt sich das Zwerchfell aus und rutscht wieder an seine ursprüngliche Position, der Bauch geht wieder rein.

Artikulieren Sie deutlicher als sonst, d.h. öffnen Sie den Mund etwas mehr als sonst und machen Sie Pausen, dann müssen Sie gar nicht lauter sprechen. Tägliche Übungen für eine klare Artikulation: Zunge, Lippen lockern, Grimassen schneiden, bewusst die Vokale a bis u artikulieren, Zungenbrecher sprechen.

Z.B.

Zwei Schweizer schwitzen beim Schweißen – beim Schweißen schwitzen zwei Schweizer.

 

Bürsten mit weißen Borsten bürsten besser als Bürsten mit schwarzen Borsten bürsten.

 

Der dünne Diener trägt die dicke Dame durch den dicken Dreck, da dankt die dicke Dame dem dünnen Diener, dass der dünne Diener die dicke Dame durch den dicken Dreck getragen hat.

 

Schöne Röslein krönen fröhlich König, Königin und Königssohn.

und viele mehr.

 

Schöner Nebeneffekt, die Stimmung steigt. Und immer daran denken, wenn Sie lächeln, sieht Ihr Gegenüber das an Ihren Augen, also gerade in diesen Zeiten nicht sparsam sein!